Der Platz der Jugend in der Kirche
Wechselburg war in diesem Jahr nicht nur Gastgeber der Bistumswallfahrt. Bereits am Tag zuvor kam die Jugend des Bistums hier zusammen. Mit dabei war Bischof Heinrich Timmerevers.

Wechselburg. Gewusel auf dem Klosterhof in Wechselburg – etwa 300 Jugendliche aus dem gesamten Bistum Dresden-Meißen sind vom 15. bis 16. September 2018 zum Bistumsjugendtag gekommen. Mittendrin: Bischof Heinrich Timmerevers. Für ihn ist es schon Tradition, mit dabei zu sein und mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, mit ihnen zu beten und zu feiern.

Unter dem Motto "Kirche und ich?!" haben sich die jungen Christen einen Nachmittag lang in verschiedenen Workshops mit der Frage nach ihrem Platz in der Kirche und nach Möglichkeiten gelebten Glaubens auseinandergesetzt. Die Bandbreite reichte von einem sportlichen Parcours über kreative Angebote, Bibelteilen, Informationen zur Jugendsynode in Rom und zur Gebetsinitiative "Nightfever" bis hin zu Auskünften über die bevorstehende Renovierung des Winfriedhauses und einer spirituellen Kirchenführung durch die Basilika.

In den "Worten der Ermutigung" ging Jugendpfarrer Martin Kochalski auf die aktuelle gesellschaftliche Situation und die Ereignisse in Chemnitz ein: "Jugendliche haben den Eindruck, dass alles hochgepuscht wird und dadurch die Extremen – Rechte und Linke – stark werden." Jesus habe sich für einen anderen Weg entschieden. Auch damals seien Urteile gesprochen und sei die Menge aufgewiegelt worden, so der Jugendseelsorger. "Die Logik der Welt heißt: Ich muss gewinnen – egal, was es kostet! Aber Jesus wählt einen anderen Weg: Er breitet die Arme aus, ist bereit, sich zu öffnen, sich zu geben. Er eröffnet Raum zum Leben. Er will Gemeinschaft in Frieden." Dieser sei nur möglich mit Jesus als Dreh- und Angelpunkt. So müsse auch die Kirche Jesus in den Mittelpunkt stellen, betonte Pfarrer Kochalski.

Zwischen Abend- und Nachtgebet ging es im Zelt auf dem Klosterhof rockig zu: Die Band Stilbruch brachte die jungen Christen zum Mitsingen und Mittanzen. Und doch gelang es, gleich anschließend wieder still zu werden, sich auf das Nachtgebet in der Basilika einzulassen – mit Kerzenschein, Liedern und Gebeten, ... Manche verweilten länger in der Kirche, brachten ihre Gebete mit Taizé-Gesängen vor Gott ...

Am nächsten Morgen trafen sich die Jugendlichen zum gemeinsamen Morgenlob in der Klosterbasilika. Nach dem Frühstück nahmen sie dann an der Bistumswallfahrt teil, die ebenfalls in Wechselburg stattfand.
Text: Elisabeth Meuser, Tag des Herrn (23.09.2018)
Foto: Elisabeth Meuser

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Fotos: Dekanatsjugend Gera
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